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        Woche Eins (in Zahlen: 1) der neuen Zeitrechnung ist geschafft. Wohooo! Vermutlich ist es wie bei dir auch: Alle haben sich ein bisschen daran gewöhnt, auf der gleichen Quadratmeterzahl zu essen, zu arbeiten, zu spielen, zu lieben, zu schlafen und auch zu streiten. Und das jetzt 24/7.
        Das neue NORMAL.

        Überall wird von neu gewonnener Freizeit gesprochen. Von ‘Quality Time’, die man doch jetzt so wunderbar mit den Kindern verbringen könnte. Welch’ Trugschluss. Denn: Meine Kinder sollen Lernen. Sollen sich Stoff erarbeiten, der vermutlich demnächst auch irgendwie abgefragt wird…
        Mein Mann ist auch nicht befreit. Im Gegenteil!

        Und ich? Ich versuche, dieses Damoklesschwert über mir zu ignorieren. Ich baue jeden Tag darauf, dass sich die Ausgangsbeschränkungen nicht weiter verschärfen. Ich hoffe jeden Tag, dass sich dieser Alptraum bis Ostern entspannt. Ich gehöre bislang noch zu den Glücklichen, die ihre Termine verschieben. Verschieben in Monate, von denen wir alle hoffen, dass wir langsam wieder ‘zurück zu normal’ kommen. Wirklich abgesagte Aufträge habe ich nicht – aber eben auch keine neuen.

        Und deswegen kann und will ich mich nicht zurücklehnen. Ganz im Gegenteil sogar. Ich empfinde enormen Druck. Denn ich habe etwas zu geben. Ich habe mir doch auf die Fahnen geschrieben, selbständige kreative Frauen zu ermutigen, sich zu zeigen. Sie zu befähigen, Ihr Branding auf sich selbst zu fokussieren. Sich mit ihren Marken zu positionieren.

        Was habe ich zu bieten?

        Whäääämmm. Wo bin ich denn also????? Hinke ich denn schon wieder hinterher? Was würde ich darum geben zu denen zu gehören, die einfach ‘on Point’ da sind. Mit den passenden Slogans, den passenden Hilfestellungen und Blogbeiträgen…

        Die Sozialen Medien schäumen über vor Gemeinsinn und Solidarität untereinander. Vor allem unter den Einzelunternehmerinnen. Ich finde das wundervoll – wir sitzen einfach alle im gleichen Boot. Gleichzeitig frage ich mich: was erwartet ‘man’ wohl von mir? Und: Was, wenn niemand überhaupt irgendetwas von mir erwartet? Nehme ich ich mich vielleicht zu wichtig? Oder nicht wichtig genug?

        Zukunftsforscher sagen, dass diese Zeit nicht nur historisch ist, sondern, dass sich unsere Welt verändert haben wird, wenn alles vorbei ist. Wenn es überhaupt jemals vorbei sein wird. Sie mutmaßen, dass wir näher zusammen rücken werden, solidarischer sein werden. Verständnisvoller. Weil wir gemeinsam durch diese -schwere- Zeit gegangen sind…

        Ich wünsche mir, dass das so kommt.

        Insgeheim glaube ich aber, dass sich für den Großteil unserer Gesellschaft das Meiste wieder in ‘alte’ Bahnen lenken wird. Back to normal. Sozusagen.

        Wenngleich ich, obwohl ich nicht an Gott glaube, denke, dass dieses Virus zur Menschheit finden musste. Ich habe allmählich das Gefühl, dass die Welt diesen Full Stop gebraucht hat, um dem ganzen Wahnsinn Einhalt zu gebieten. Zumindest für eine kleine Weile. Um nach Atem zu ringen. Um vielleicht danach ein paar Dinge doch anders zu sehen…

        Ich hoffe es.

        Love Kitty Fried

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