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        Die Lilla · F Community ist ganz schön gewachsen im letzten Jahr und Maren gehört jetzt auch dazu: Ich bin super happy, dass ich sie gefunden habe, denn wir haben uns in 2019 beide gegenseitig beim Wachsen in unseren Businesses unterstützt. Wie das bei mir aussah, erfahrt ihr ganz bald im Lilla · F Club Newsletter.

        Aber heute übergebe ich das Blog-Wort an Maren. Denn wir beide schauen von Berufs-wegen auf das Thema Branding, nur aus verschiedenen Blickrichtungen. Und weil das so spannend ist, habe ich Maren gebeten, ein bisschen was zum Thema Corporate Design und dessen Zusammenspiel mit dem Thema Branding zu schreiben…

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        Maren ist Grafikdesignerin.
        Die gebürtige Rheinländerin hat es vor etwa zwei Jahren auf’s Land in die Eifel verschlagen. Und nicht nur das: Auch das Abenteuer Selbständigkeit hat sie parallel angepackt – die neugewonnene Freiheit möchte sie seither nicht mehr missen.
        Zusammen mit Hund Dexter und Partner Christian lebt sie den Traum vom Digitalnomaden und sitzt in jeder freien Minute im selbst ausgebauten Campervan.

        * * *

        Als Kitty im Sommer 2019 mit einer Projektanfrage auf mich als Designerin zukam, war ich sehr happy, denn ich hatte ihren Instagram-Account schon länger auf dem Schirm und war von der Leidenschaft, mit der sie Lilla · F lebt, sehr angetan. Ich hatte den Eindruck, dass wir die gleiche Sprache sprechen und es menschlich einfach passt, was besonders in Bezug auf Kreativprozesse eine wichtige Voraussetzung ist.
        Meine Vermutung bestätigte sich schnell und mündete darin, dass wir uns gegenseitig beauftragten: Während ich die Marketingmaßnahmen für Kitty konzipierte und gestaltete, leitete sie mich in Vorbereitung auf mein Fotoshooting mit gezielter Fragestellung näher an den Kern meiner Marke heran. Was gibt es Besseres als sich gegenseitig im Business zu unterstützen und voneinander zu profitieren, besonders wenn sich zwei aus ganz unterschiedlichen Perspektiven mit dem gleichen Thema beschäftigen?!

        Bevor eine Marke visuell gegossen werden kann, sollte feststehen, wofür sie steht.

        BRANDING! So ein großer Begriff, der mich in mehrfacher Hinsicht beschäftigt. Zum Einen in Bezug auf meine Arbeit als Grafikdesignerin, zum Anderen eben auf meine eigene Marke. Ich betrachte gerne beide Seiten, da ich die Schritte, die ich von meinen Kunden erwarte, für die ich ein Corporate Design entwickle, natürlich auch selber gehen möchte, um zu verstehen, was der Brandingprozess beinhaltet. Denn bevor eine Marke visuell in Form und Farbe gegossen werden kann, sollte feststehen, wofür sie überhaupt steht, welche Botschaft sie vermitteln, welche Gefühle sie wecken soll. Kurz: Was das Branding ausmacht.

        Die Markenbotschaft.

        Erst wenn das steht, macht die grafische Markenentwicklung, also der Schritt in die Visualisierung des Brandings, so richtig Sinn. Erst dann besteht eine sinnvolle Grundlage, um ein aussagekräftiges Corporate Design zu entwickeln. Mit dem Logo ist es hierbei nicht getan. Es ist ein zentraler Bestandteil, aber funktioniert nur dann richtig gut, wenn die gesamte „visuelle Welt“ stimmig ist. Farben, Formen, Schriften, Bildstil und deren Zusammenspiel ergeben ein Erscheinungsbild, dessen Ziel es ist, eine visuelle Einheitlichkeit zu schaffen und dem Branding ein ehrliches Gesicht zu geben.
        Es spiegelt die innere Überzeugung (die Geschäftsidee, den Markenkern, die Unternehmensvision, die Corporate Identity) visuell nach außen und fördert die Identifizierung mit der Marke, sowohl auf Seiten des Markeninhabers und seiner Mitarbeiter als auch auf Seiten der Kunden.
        Je höher die Eigenständigkeit und Prägnanz des Designs, um so authentischer und klarer kann sich die Marke positionieren, um das Vertrauen einer bestimmten Zielgruppe für sich zu gewinnen und sie mit dem richtigen Gefühl von der Qualität des Produktes oder Dienstleistung zu überzeugen. 

        Nicht nur für die ‘Großen’

        Das betrifft natürlich insbesondere große Unternehmen, aber auch wer – wie ich – als Einzelunternehmerin nur ein kleines Business hat, kann sich von den Großen einiges abschauen und von dem Prozess profitieren. Denn das Prinzip Marke funktioniert nicht nur für Apple, Google, Coca Cola und Co. sondern auch im Kleinen. Personal Branding ist hier das Stichwort. (Kitty hat das Thema in einem anderen Blogbeitrag super zusammengefasst.)

        Der Vorteil ist, dass ich als Einzelunternehmerin selbst Teil der Marke bin. Wie und was ich kommuniziere, an wen ich mich richte und mit welcher Botschaft, hat maßgeblichen Einfluss auf die Wirkung der Marke. Ein wichtiger Tipp ist dennoch, Designfragen nicht ausschließlich mit persönlichem Geschmack zu beantworten. Vielmehr rate ich, die Zielgruppe im Blick zu behalten. Wen möchte ich wie ansprechen und zu welchem Zweck? Warum?

        Die richtigen Fragen.

        Für mich persönlich war die intensive Vorarbeit, die dem Shooting-Tag mit Kitty vorausging, ein großartiger Impuls, mich endlich selbst mehr mit diesen Fragen auseinanderzusetzen. Das Ergebnis bestand nicht nur aus wahnsinnig viel Spaß und zahlreichen professionellen Fotos, vielmehr hat schon der Prozess im Vorfeld eine Menge über mich und mein Business lernen lassen. Während ich sonst diejenige bin, die die Fragen nach den Werten und nach dem Wesen einer Marke stellt und versucht den Markenkern herauszukitzeln, um ihn bestmöglich in Szene zu setzen, war ich nun in der Rolle der Befragten. Eine ziemliche Herausforderung!

        Dafür bin ich Kitty und ihrer herzlichen aber bestimmten Art sehr dankbar. Denn sie hat mir im richtigen Moment die richtigen Fragen gestellt und nicht locker gelassen, um meine ehrlichsten und authentischen Antworten zu bekommen. Mit dem Resultat, dass sich einfach alles richtig anfühlte und ich mich beim Shooting ab der ersten Minute absolut wohl gefühlt habe. Diesmal ging es um meine Marke, die nun auch fotografisch gebrandet ist. Eine Investition, die sich absolut gelohnt hat, und ein Meilenstein auf dem Weg zur Definition meiner eigenen Marke!

        Zusammengefasst: 3 Tipps für alle Einzelunternehmer(innen), die ihr Branding in ein Coporate Design übersetzen möchten

        1. Brandingfragen sind unbequem. Suche trotzdem nicht die Abkürzung, sondern mache dir die Mühe, in die Tiefe zu gehen. Wenn du bereit bist, dich mit dem Kern und dem Zweck deiner Marke zu beschäftigen, wird sich dies auch in der Qualität des Corporate Designs widerspiegeln. Nimm dir Zeit und notiere alle Werte, die deine Marke beschreiben – selektiere anschließend die Wichtigsten heraus. (Was sind allgemein gültige Werte? Mit welchen grenzt du dich von deinen Mitbewerbern ab?) Diese dienen als Grundlage für die Entwicklung des passenden Farb- und Schriftkonzeptes sowie der Logogestaltung.

        2. Sobald du konkrete Corporate Design Ansätze und Anwendungsbeispiele vorliegen hast – im Minimum bestehend aus Logo, Farbkonzept und Typografie (Schrift und ihre Anwendung) – überprüfe die Wirkung nach innen und außen: Deckt sie sich mit deinen Werten? Fühlt sie sich richtig an? Und kommt die gewünschte Botschaft auch bei deiner Zielgruppe an, oder fehlt es an Klarheit?

        3. Beurteile ein Corporate Design nicht nur an der reinen Abbildung des Logos, der Farben und Schriften, sondern teste die einheitliche Gesamtwirkung ganz pragmatisch in unterschiedlichen Anwendungen. Bedenke vom kleinsten Profilbild bis hin zum übergroßen Werbebanner, von der Screenanwendung bis zum Folienplot alle Anforderungen und frage dich (und deinen Designer), ob das Gestaltungskonzept überall mitspielt und hält, was es verspricht. 

        * * *

        Von Herzen Danke, Maren für diesen ausführlichen Einblick! Umso cooler finde ich es, dass du dich noch viel intensiver mit deiner Marke auseinander setzen wirst: Im brandingBootcamp Workshop im März werden wir nämlich über genau diese Basics ganz im Detail sprechen! Es sind noch wenige Plätze frei – wer also Lust hat und sich traut sich selbst und seiner Marke auf den Grund zu gehen: Melde Dich an!

        Maren | Im Netz | Instagram

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