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        Hier gibt’s das Audio zum Text!



        Wow. Das klingt irgendwie groß. 

        Wenn ich das jetzt gerade mal so sacken lassen und tatsächlich einen Schulterblick in die letzten zehn Jahre wage, überrennt es mich plötzlich. Es ist so viel passiert in diesen zehn Jahren!
        Aber wie könnte es auch anders sein? Vergehen bei irgendwem zehn Jahre, ohne dass sich nennenswert Dinge verändern? Traurige Vorstellung.

        Aber das soll keine Retrospektive des letzten Jahrzehnts sein. Ich bin zwar nicht so der mustergültige Planungstyp, aber ich schaue trotzdem lieber nach vorne als zurück. Und zurück eigentlich auch nur, um mir klar zu machen, was ich eigentlich alles geschafft habe.
        Klar, und was nicht auch. So bin ich nun mal. 

        Kitty Fried 40 Jahre Geburtstag Jahr 2019

        Jedes Mal, wenn ich darüber nachdenke, bin ich auf’s Neue schockiert, aber ich bin in diesem Jahr 40 geworden. Waaaaahhh. Obwohl ich mehr und mehr das Gefühl bekomme, dass es ‚en Vogue‘ ist mit seinem gestiegenem Alter anzugeben. Man sagt dann: „Ich bin schon 40.“ Und meint damit: Ich besitze die Weisheit des Alters, aber ich sehe auf keinen Fall so aus…

        Diese Frage lässt mich so manche Nacht wach da liegen: Was kommt jetzt noch?

        Aber mir fällt schon auf, dass die Falte auf meiner Stirn immer tiefer wird, während ich mir einrede, dass das ja auch eines meiner Markenzeichen ist. Oder dass die Kilos, viel leichter drauf aber viel schwerer wieder runter gehen.

        Aber ich spüre auch diese Milde in mir. Vor allem wenn es um meinen Erziehungsauftrag geht. Nicht falsch verstehen – ich bin nach wie vor diejenige, die auf der prinzipiellen Einhaltung bestimmter Regeln besteht und das auch konsequent einfordert. Aber ich merke gleichzeitig auch, wie ich nachgiebiger werde bei Dingen, die mich einfach viel zu viele Nerven kosten. 

        Ist das jetzt alles mit dieser runden Zahl in der gefühlten Mitte meines Lebens gekommen? Vermutlich nicht. Sehr stark spüre ich allerdings in mir diese latente Suche nach dem ‚Was kommt jetzt noch?‘. Ich sehe mich nicht in 2030 immer noch das gleiche Leben führen wie heute, wohl wissend, dass es sich ohnehin von ganz alleine verändern wird bis dahin. Schließlich werde ich dann ja schon erwachsene Kinder haben… was für eine gruselige Vorstellung…

        Doch unabhängig davon lässt mich diese Frage so manche Nacht wach liegen. Und diese Frage hat auch in meiner Ehe schon für die eine oder andere Spannung gesorgt.

        Weil ich einfach ein Unruhegeist bin. Weil mich Stillstand wahnsinnig macht. Weil ich immer weiter muss. Und das lässt mich manchmal auch zweifeln und dann stelle ich mir frustriert die Frage, ob ich eigentlich nie zufrieden sein werde…

        Alles in Allem kann ich aber in der Rückschau sagen, dass es doch nicht ganz so schlimm ist, diese Schwelle zu übertreten, wie ich befürchtet hatte. Und da ich im Januar Geburtstag habe, und in diesem Jahr sogar einem Brautpaar meinen halben Geburtstag gewidmet habe, habe ich mir endlich einen Wunsch erfüllt: Ich habe gefeiert, das Leben und mich, mit meinen liebsten Menschen und ich habe eine Sommerparty draus gemacht. Das erste Mal nach 40 Jahren Drinnen-Geburtstagsparty. Und es war ein richtig cooles und denkwürdiges und vollkommen angemessenes Fest! #tschakka

        Tanzen Jahr 2019 Geburtstagsparty Kitty Fried

        Ich bin fähig, über mich hinaus zu wachsen.

        Beruflich habe ich in diesem Jahr so manches Mal meine Komfortzone verlassen: Nach dem ultimativen Tal, dass ich in 2018 (beruflich) durchschritten hatte, war das Jahr 2019 für mich auch ein bisschen ein Test. Eine Herausforderung. Auch persönlich. 

        Ich musste raus aus meinen Komfortzonen. Raus aus alten Denkmodellen. Und ausserdem hatte ich mir ja mit Lilla · F angefangen, etwas ganz Neues aufzubauen. 

        Also habe ich es gewagt: Auf zwei verschiedenen Netzwerkveranstaltungen habe ich Vorträge gehalten zum Thema Branding und meiner Leidenschaft für’s Bilder-Geschichten zu erzählen. Und so sehr ich mir vorher ins Hemd gemacht habe, so großartig war das Feedback!! Im Gegenteil, ich war hinterher so berauscht und beflügelt, direkt im Anschluss hatte ich jeweils das Gefühl, ich könnte mein Geld ab sofort als Speaker verdienen ;D
        Nein, nein, keine Angst – so gut bin ich auch wieder nicht.

        Aber für mich war es der Abschluss einer persönlichen Beweisführung: Ich bin fähig über mich hinaus zu wachsen. Und ich bin gut dabei. Nicht perfekt. Aber verdammt gut. 

        Und das ist es, was ich im Wesentlichen mit ins neue Jahr nehmen werde: Die Zuversicht, dass Dinge möglich sind. Wenn ich es zulasse, dass ‚Versagen‘ eine der möglichen Optionen ist. Aber wenn wir ehrlich sind: was bedeutet denn Versagen hier genau? Habe ich versagt, wenn ich ein selbst gestecktes Ziel nicht erreicht habe? Eigentlich nur dann, wenn ich nichts daraus lerne, oder?

        In den allermeisten Fällen kommt es aber gar nicht so weit – denn wir sind oft viel besser als wir selbst uns das zutrauen

        Und sowieso, wir denken ja auch viel zu oft, dass es nur dann zählt, wenn man die ganz großen Räder dreht. Dass alles Andere, alles ‘Kleine’, ja so oder so in der Bedeutungslosigkeit verschwinden würde.

        Ganz ehrlich – von diesem Glaubenssatz habe ich mich dieses Jahr verabschiedet. Zum Beispiel in Sachen Wohltätigkeit: In den letzten Jahren habe ich zum Jahresende immer eine Spendenaktion gestartet, indem ich meine Arbeit versteigert habe oder Gemeinschaftsprojekte mit lieben Kollegen gestartet habe. Den Erlös aus diesen Aktionen habe ich an Wohltgätigkeitsorganisationen gespendet. In diesem Jahr war es irgendwie anders. 

        Zum Einen muss ich gestehen, fühle ich mich überfordert bei all den Baustellen in dieser Welt. Überall gibts Elend, Leid, Krieg, Armut und Katastrophen. Ich weiß aktuell nicht, wohin ich mich mit einer Spende als erstes wenden soll. Wenngleich das ja eigentlich egal wäre, denn jede Hilfe ist Hilfe. Immerhin.

        Aber wir geben als Familie wahnsinnig viel, wir sind ehrenamtlich in der Gemeinde und Vereinen tätig, unterstützen die Schule in Elterninitiativen, backen ständig irgendwo Kuchen oder Kekse, ich hab kostenlos für die Kirche gearbeitet, wir spenden Klamotten und Dinge an Menschen und Institutionen undundund.

        Ja, man kann immer noch mehr geben und machen und sicher könnten wir von unserer sauer verdienten Kohle auch noch mehr abgeben, aber dann sind wir ja auch wieder bei Punkt 1. Und deswegen bin ich mega glücklich über all die kleinen Dinge, über die kleinen Räder, die wir in diesem Jahr zu wohltätigen Zwecken gedreht haben. Und ich hoffe, dass wir das auch im nächsten Jahr wieder tun können.

        Allerdings habe ich ein spezielles Projekt schon noch im Kopf: Wir haben in 2019 eine Reise gemacht, die mich sehr bewegt hat und die ich immer noch aufarbeite: Südafrika & Swasiland. Diese drei Wochen haben mich sehr bewegt. Menschlich. Und ich bin immer noch ergriffen von der Schönheit die wir gesehen haben. Aber auch von der Armut, die uns begegnet ist.

        Und ich habe immer noch fest vor, aus den unzähligen Fotos dieser Reise einen Bildband zu erstellen. Ein Coffee Table Book. In erster Linie einmal für mich selbst. Aber ich erwäge auch, den Bildband anderen Interessierten zugänglich zu machen und dann einen Teil des Erlöses an eine Organisation zu geben, die sich der Bildung von Kindern in Südafrika und/oder Swasiland verschrieben hat. Das wäre doch was, oder?

        Südafrika Straße Auto Jahr 2019 Kitty Fried

        Wenn ich einen Strich unter alles packen würde, dann war 2019 gut zu uns. Gut zu mir. Ich bin furchtbar dankbar, dass ich immer noch meiner Passion folgen kann. Ich bin dankbar für die Unterstützung von meinen lieben Menschen, auch wenn sie nicht immer 100% verstehen, was mir im Sinn schwirrt.

        Und ich bin dankbar für all die Menschen, mit denen ich in diesem Jahr arbeiten durfte. Ich fühle Dankbarkeit für die Geschichten, die ich erzählen durfte – die Liebesgeschichten und die Businessgeschichten

        Ich freue mich auf ganz neue Abenteuer!

        Ich freue mich wie ein kleines Kind auf 2020, weil ich dann noch viel mehr davon machen darf. Ich freue mich auf die noch zu verlassenden Komfortzonen. Ich freue mich auf wundervolle Brautpaare und auf mutige UnternehmerInnen. Ich freue mich darauf meinen ersten Live Workshop zu geben (das brandingBootcamp – yeah!) und ich freue mich auf ganz neue Abenteuer.

        Und ich wünsche Dir, dass sich für dich im kommenden Jahr ein paar deiner Träume erfüllen. Ich wünsche Dir ein paar kleine und wenn du magst auch ein paar große Abenteuer. Ich wünsche dir Liebe und Verständnis und Unterstützung und Gesundheit für alle deine Vorhaben. Und ich wünsche dir neue Träume.

        Hab ein ganz wundervolles Weihnachtsfest und einen sanften Start in ein neues Jahrzehnt. Was immer es dir bringen mag.

        Love Kitty Fried

        Deine Kitty

        PS: Und wenn du in 2020 mit mir verbunden bleiben möchtest, dann melde dich super gerne beim Lilla · F Club Newsletter an – das ist ganz sicher kein Spam-Letter sondern der ist gespickt mit Interessantem rund um das Thema Branding und Business!

        PPS: Die Bilder von meiner Geburtstagsparty und von mir im Wald hat Samira gemacht!

        Zapfen Hände Kitty Fried
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