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        Ich bin ein Suchti. Ja, ich oute mich – es gibt Dinge, denen verfalle ich und tue mich unendlich schwer, diese schlechten Angewohnheiten, diese Süchte, wieder loszuwerden. Rauchen zum Beispiel. Mittlerweile bin ich seit 2,5 Jahren rauchfrei (Halleluja!). Aber davor hatte ich viele Jahre missglückter Aufhören-Versuche hinter mir… Mit mehr als 25 Jahren Glimmstängel-Geschichte im Gepäck, ist das jetzt ein echtes Erfolgserlebnis!

        Ganz ähnlich ist es bei mir mit Süßkram. Gummibärchen oder Karamell kann ich schwerlich widerstehen, Gebäck oder anderen süßen Köstlichkeiten ebenso. Und die Geschichte, die heute mit Angelika Fritz in den Blog einzieht, ist nicht zuletzt deswegen für mich super spannend. Zumal ich den Anfang dieser Story SO.GUT.NACHEMPFINDEN.KANN.

        Lies selbst…

        Stelle dich ganz kurz vor: wer du bist, was du machst und wo du stehst – im Leben und im Wirken. 

        Ich bin Angelika und lebe in München mit meiner Familie. Auf “meine Zuckerfreiheit” blogge ich über mein Leben ohne Zucker – ich lebe seit über 4 Jahren komplett zuckerfrei! Außerdem interessiere ich mich für viele weitere Themen, z.B. Tai Chi und Persönlichkeitsentwicklung!

        Scheitern & Aufstehen Blogserie Astrid Fritz Zuckerfreiheit Kitty Fried

        Erzähle uns deine individuelle Geschichte: Was ist dir passiert? Wie kam es dazu? 

        Im Herbst 2013 habe ich mir selbst eingestanden, dass ich zuckersüchtig bin. Ich habe pro Tag bis zu 5 Tafeln Schokolade gegessen. Ich habe dann beschlossen, zuckerfrei zu werden. Das war gar nicht so einfach, denn damals gab es dazu noch nicht viele Quellen online oder offline. 

        In den nächsten Monaten hatte ich sehr viele Rückfälle. Ich war 2-3 Wochen zuckerfrei, dann habe ich gedacht “ach, ich probier mal Reissirup / Stevia / Datteln” und schwuppdiwupp war ich wieder voll im Zuckerrausch und in der Blutzuckerachterbahn.Das ging lange so. Erst Anfang 2017 hat es mich dann so richtig gepackt. Mir war klar, das geht nicht mit den ständigen Rückfällen. Also habe ich nochmal alles getan, um komplett zuckerfrei zu werden.

        Und seit April 2017 bin ich komplett zuckerfrei. Ich verzichte auf Zucker, Zuckeralternativen, Trockenfrüchte, Honig etc. Ich süße nur mit frischem Obst.

        Wie definierst du Scheitern für dich persönlich? An welchem Punkt hast du gefühlt, dass du gescheitert bist? 

        Scheitern ist für mich, wenn ich mir etwas vornehme, es dann aber nicht schaffe. So wie mit den Rückfällen zu Kuchen etc. Ich war also z.B. 20 Tage zuckerfrei, dann habe ich etwas mit Stevia probiert. Und dann immer mehr, bis ich ein paar Tage später wieder sehr viel Süßes gegessen habe. Da habe ich mich jedes mal gescheitert gefühlt.

        Was ist in dir vorgegangen? Gefühle? Gedanken?

        Diese Rückfälle waren einerseits emotional unangenehm. Klar, es fühlt sich  nicht gut an, sich etwas vorzunehmen und es dann nicht zu schaffen.Aber es war auch körperlich unangenehm. Ich bekomme von Zucker Kopfschmerzen und schlechte Laune. Ich war also ständig schlecht drauf, das war furchtbar für mich und die Menschen um mich herum.

        Hast du dir Hilfe geholt? Wie bist du wieder ‘Aufgestanden’?

        Letztendlich hat mein Blog mir geholfen. Da konnte ich alles aufschreiben und hatte die Hoffnung, dass ich noch andere finde, denen es ähnlich geht. So war es dann auch: es gibt so viele Zuckersüchtige! 

        Außerdem hatte ich ein paar Termine bei einer Therapeutin. Ich wäre gerne auch in eine Gruppe gegangen, aber auch in verschiedenen Beratungsstellen gab es für Zuckersüchtige kein Angebot. Also habe ich Einzeltherapie gemacht und über den Blog “meine” Community gefunden.

        Wo stehst du jetzt? Wie definierst du heute Erfolg für dich? Was hat sich verändert? Welchen Tipp würdest du gerne weitergeben? 

        Jetzt bin ich seit über 4 Jahren komplett zuckerfrei. Und je länger ich dabei bin, desto einfacher ist es. Ich denke da gar nicht mehr drüber nach. Für mich ist es mein neues “Normal”.Ich bin durch meine Zuckerfreiheit viel ruhiger geworden. Ich mich triggern auch nicht mehr die Süßigkeiten im Supermarkt oder der Kuchen im Café. Es ist fast so, als würde ich das nicht mehr sehen. Ich entscheide mich einfach für Lebensmittel, die mir wirklich gut tun. Das ist ein wunderbares Gefühl!

        Mein Tipp für alle, die zuckerfrei werden wollen: fang mit dem Frühstück an! Du musst nicht sofort den ganzen Tag zuckerfrei essen. Entzucker erstmal das Frühstück und nach 1-2 Wochen nimmst Du Dir den Vormittagssnack vor. 

        Und ich habe für mich gemerkt: Rückfälle sind Geschenke. Denn bei jedem Rückfall habe ich etwas gelernt. Dass ich Süßstoffe nicht vertrage. Dass ich was Süßes will, wenn ich emotional bin. Wenn man Rückfälle als Geschenke ansieht, dann öffnet das die Möglichkeit, daraus zu lernen!

        Ich habe letztens ein schönes japanisches Sprichwort gehört: “Sogar Affen fallen von Bäumen”. Ja, auch die besten Kletterer scheitern! Das gehört einfach dazu. Und das ist auch ok so. Wichtig ist nur, danach wieder auf den sprichwörtlichen Baum zu klettern und weiterzumachen!

        Angelika Fritz | Bloggerin “meine Zuckerfreiheit” | Im Netz


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