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        Scheitern… hat so viele Gesichter. Und ich denke, der größte Irrtum, dem wir alle hierbei unterliegen können, ist der, zu glauben, dass wir uns für irgendetwas schämen müssten. Wenn es nicht so klappt, wie wir uns das gedacht hatten. Wenn wir scheitern.

        Scham. Für ein Nicht-Gelingen. Vor Anderen. Oder vor uns selbst.

        Bei allen Geschichten, die ich gehört oder gelesen habe diesen Monat und in meiner Zeit als Frau, als Unternehmerin, ist es das, was IMMER mitschwingt: Scham.

        Und mir geht es genauso. Ein bisschen schäme ich mich dafür, wenn etwas für mich Wichtiges nicht klappt, wie es soll. Weil ich für einen Moment fürchte, dass das Paket zu groß war für mich. Und dass Andere mich jetzt vielleicht belächeln deswegen…

        Das das alles eigentlich ein riesiger Quatsch ist, zeigt unter Anderem die Geschichte von Kerstin Schneider, die heute hier online geht. Denn am Ende geht es NUR darum, wie wir uns um uns selbst kümmern. Wie wir selbst für uns sorgen und damit erreichen, dass wir erhobenen Hauptes Dinge tun, die uns erfüllen. Von den Zehen bis in die Haarspitzen.

        Lies selbst…

        Mein Name ist Kerstin Schneider, alias die Marken Hexe, Geschichtenliebhaberin und Änderungsleberin. Ich bin Münchnerin, mit europäischen Wurzeln in Schweden und Griechenland, habe zwei wunderbar anregende Kinder und war jahrelang alleinerziehende Mutter und stellvertretende Geschäftsführerin einer Münchner Werbeagentur.

        Dass diese Kombi nicht gut gehen konnte, empfinde ich im Nachhinein als sehr einleuchtend. Seitdem ich 2017 einen kompletten Zusammenbruch erlitten habe, habe ich mein ganzes Leben von Grund an, wenn auch nicht sofort, komplett verändert. Heute bin ich drei Jahre selbständig und genieße mein neues Wirken als liebevolle Mutter in einer festen Beziehung und mein erfolgreiches Business als Positionierungsexpertin.

        “Das Beste, was mir passieren konnte.”

        Ich teile meine Geschichte des „Scheiterns“ sehr gerne, denn genau dieses Scheitern war im Nachhinein mit Abstand das Beste, was mir in meinem Leben passieren konnte. 

        2017 saß ich an einem Donnerstagmorgen in der S-Bahn nach München auf dem Weg in die Werbeagentur, in der ich seit 15 Jahren und seit einiger Zeit in der Geschäftsführung tätig war. Es war heiß, es war nichts anders als sonst, als ich plötzlich wie aus dem Nichts heraus in Tränen ausbrach. Ich saß da, die Tränen, die einfach rannten, hinter der Sonnenbrille versteckt und verstand gar nichts mehr. Ich stieg wie blind an der nächsten Station aus und rief meinen damaligen Freund an, stammelte, wusste nicht was ich tun sollte.

        Am Ende fuhr ich einfach wieder zurück nach Hause.
        Ich konnte nicht mehr.

        Das war der Anfang von einer erst viel später gestellten Diagnose: ich war mitten in einer Depression, einem kompletten Burnout, litt hochgradig unter einem Erschöpfungssyndrom.

        Wie es dazu kam, kann ich heute, nach monatelangen Therapien und Aufenthalten in zwei Kliniken sehr klar beschreiben. Eine hochsensible Persönlichkeit, die es allem und jedem Recht machen will, nach Harmonie strebt, die von klein an dazu erzogen wurde, selbständig zu sein, dass man sich durchbeißt, nicht klagt, nicht jammert, andere nicht mit seinen Problemen belästigt und sich seinen Verantwortungen stellt. Kurzum: immer und jederzeit stark ist. Zum Teil durchaus eherne Werte – in der Vielfachbelastung als Vollzeittätige in einer führenden Stellung und als alleinerziehende Mutter zweier sehr intensiver Kinder (allein darüber könnte ich Bücher füllen) eine toxische Kombination.

        Irgendwann hab ich nur noch funktioniert.

        Ich hatte mein Leben so sehr für alle anderen zurück geschraubt, dass ich irgendwann nur noch funktionierte, lieferte, leistete. Immer weniger fühlte. Nichts mehr spürte. Der Körper sendete so viele Signale aus, wie er konnte, ich blieb blind und taub. So kam der Zusammenbruch für mein damaliges Ich tatsächlich aus dem Nichts.

        Alles an was ich bis dato geglaubt hatte, was mich ausgemacht hatte, löste sich in nichts auf. War ich doch jahrelang für meine Stärke und meine Energie, meine Kreativität und meine gute Laune bewundert worden… Plötzlich war ich all das, was ich vorher vermieden hatte. Schwach, unfähig zu leisten und zu funktionieren. Der Stecker meines Lebens war gezogen, der Akku leer. Rien ne va plus – nichts ging mehr.
        Das einzugestehen dauerte. Zweimal versuchte ich die Wiedereingliederung in die alte Agentur, mein altes Leben. Jedes Mal scheiterte ich wieder. Jedes Mal zog mein Körper den Stecker. Die Depression blieb. „Körper geh du voraus, sagte die Seele, auf mich hört sie nicht.“

        Was folgte war die härteste Zeit meines Lebens – und für mein Umfeld. Es würde zu lange dauern, zu erzählen was in diesen Monaten alles passierte. Aber ich begann zu kämpfen. Und Schritt für Schritt erkämpfte ich mir meinen Weg zurück in die Gesundheit, fand langsam zurück zu neuer Stärke und definierte mich komplett neu. Alte Glaubenssätze halfen mir dabei, mussten aber durch neue ergänzt oder ganz ausgetauscht werden.

        Immer wieder kamen Rückschläge. Interessanterweise vor allem dann, wenn ich auf den falschen Weg geriet. Sobald ich mich wieder verbog oder nicht klar für meine Bedürfnisse einstand, riss die Depression mich in ein tiefes Loch.

        „Depression ist das Signal, dass du im Leben etwas verändern musst.“

        Dieser Spruch hängt bis heute in meinem Schlafzimmer.

        Heute geht es mir so, dass ich manchmal aufwache und mir gar nicht mehr vorstellen kann, dass ich mich jemals selbst so vernachlässigt habe. Heute ist mein Leben von größter Dankbarkeit geprägt, einem Urvertrauen in das was passiert und vielen, vielen unzähligen glücklichen Momenten.

        Ich kenne meine persönlichen Ressourcen genau, die Natur und meine Tiere, aber auch meine Partnerschaft und meine Kinder. Und genieße das alles jeden Tag. (Mein Hund war im Übrigen mein erster „Ausbruch“ in ein neues Leben. („Was willst du als alleinerziehende, Vollzeit-Arbeitende mit einem Hund?“) Heute fahre ich jeden Tag zu „meinem“ Pferd in den Stall, gehe mit dem Hund spazieren und genieße meine Kinder und meine wunderbare Partnerschaft.

        Ich habe gelernt mich selbst immer wieder an erste Stelle zu setzen – um dann glücklich und mit voller Kraft für meine Lieben da zu sein.

        Mit meiner Marken Hexe lebe ich meine Berufung. Raus aus dem klassischen Marketing, dass mir jahrelang auch viele Bauchschmerzen bereitet hat. Heute begleite ich Menschen auf dem Weg ihrer eigenen persönlichen Entwicklung, auf dem Weg zu Ihrer Marke.

        Das Wichtigste ist mir hierbei, dass meine Kunden sich ganz intensiv auf ihre eigenen Kräfte und Ressourcen besinnen. Authentisches, wertebasiertes Marketing für Menschen, die Menschen unterstützen – das ist meine Vision, mein Lebenszweck. Und das zu leben, macht mich glücklich.

        Warum ich diese Geschichte teile?

        Ich möchte allen Mut machen, sich rechtzeitig um ihre eigenen Bedürfnisse zu kümmern. Bevor es zu spät ist. Aber auch denjenigen Mut zusprechen, die gerade ganz am Boden sind. Alles, aber auch alles im Leben hat seinen Sinn. Wenn du ihm die richtige Bedeutung zukommen lässt. Du hast es in der Hand. Du allein bestimmst, ob du nur scheiterst – oder ob du stärker wirst als je zuvor.

        Danke liebe Kitty, dass ich diese Zeilen schreiben durfte. Ich fühle mich gerade unglaublich berührt, bewegt, dass alles nochmal Revue passieren zu lassen – aber vor allem dankbar.

        Kerstin Schneider | Positionierungsexpertin | Im Netz


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