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        Überall sprießen gerade Tipps aus dem Boden, wie man am besten und effektivsten in Heimarbeit arbeitet, wenn man es normal gewohnt ist, morgens in ein Büro zu fahren. Home Office ist das Gebot der Stunde, denn alles andere wäre ziemlich unvernünftig und unverantwortlich.

        Und so kriegt man Tipps, wie man sich strukturiert. Das es Sinn macht, sich die Dinge in Blöcke einzuteilen und nicht zwischendrin anzufangen, den Wäscheberg zu bügeln. Es macht auch total Sinn, nicht zu verwahrlosen, sondern, sich “für die Arbeit zu richten”, auch wenn man nur ins Home Office geht. Genauso ist es gut, einen festen Arbeitsplatz zu finden und nicht mittenmang zu arbeiten, weil das einfach alles ablenkt.

        Und genau darum geht es im Wesentlichen bei all diesen Tipps: Um Ablenkung. Menschen, die normalerweise in einer Bürogemeinschaft arbeiten und es nicht gewohnt sind im Home Office zu sein, lassen sich schneller ablenken. Von Dingen, die nicht zur eigentlichen Arbeit gehören. Es gilt also diese ganzen Ablenkungsquellen auszuschalten!

        Aber wie zur Hölle schalte ich meine Kinder aus?

        Ja. Das wäre drastisch. Im Grunde möchte ich das ja auch nicht. Aber allein der Artikel bis hierhin hat mich schon 6x ‘Mami’, einmal aufstehen und trösten, einmal Arbeitsanweisung geben, gekostet…

        Ich kann nicht denken. Zumindest nicht am Stück.

        Ich arbeite jetzt seit fünf Jahren im Home Office. Ich bin es gewohnt allein zu sein. Ich bin es gewohnt, die Wäsche tagsüber zu ignorieren und ich bin es gewohnt, mir meine Aufgaben und Zeiten selbst und gut und halbwegs effizient einzuteilen.

        Jetzt sind AAAAALLLLLE hier. Ich bewundere ja manchmal meinen Mann. Er schafft es, sich geräusche-technisch total in einen Tunnel zu begeben. Er hört dann einfach nur sich selbst oder das, was er will und blendet alles andere total aus. Ich höre immer, was die Kinder sagen. Immer. Und ich finde es total asozial, ihnen nicht zu antworten. Dazu kommt, dass auch für sie diese Zeiten extrem schwierig sind. Sie müssen jetzt noch viel selbständiger sein und ihre Aufgaben durchbringen. Keiner kriegt was geschenkt.

        Aber ich werde noch wahnsinnig. Gerade jetzt in diesen Zeiten will ich strategisch arbeiten. Meiner Community Halt und INhalt geben und es fällt mir unheimlich schwer, wenn andauernd jemand das Wort an mich richtet. Oder Hilfe braucht. Oder Hunger hat.

        Wir brauchen Struktur.

        Unser Tag sieht jetzt so aus:

        Morgens ab 8.30 gibt es zwei Schulstunden mit 15 Minuten Pause dazwischen. In dieser Zeit kann viel von den Schulaufgaben geschafft werden. Danach ist Lesezeit. Dann Mittag. Mittagsruhe. Am Nachmittag gibt es Zeit für ein Ordnungsprojekt und zum Spielen.

        Das ist ein großartiger Plan und meine zwei sind auch groß genug, dass sie sich weitestgehend daran halten und sich auch allein oder miteinander beschäftigen. #jubel

        Nur eben konzentriert an einer Sache tüfteln, was ausarbeiten. Denken. Ist wirklich kaum möglich. Die Kunst und die Herausforderung für mich ist es also jetzt, Ruhe zu bewahren. Den Fakt zu umarmen, dass ich MIT Unterbrechungen effizient sein muss. Die Kinderstimmen auch mal zu ignorieren und meine Gedanken einfach zu behalten. Wir haben ja noch ein paar Wochen, um das zu üben!

        Wie geht es dir damit? Hast du eine Strategie, um auch mit den Kindern zu Hause im Home Office konzentriert zu bleiben?

        Love Kitty Fried

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