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        Obwohl Neid was ätzendes ist, bin ich manchmal neidisch: auf Menschen, die keine Kopfschmerzen haben. Denn ich habe oft welche: wegen Wetter, wegen Zyklus, zu lang oder zu kurz geschlafen, zu viel gearbeitet, zu wenig gegessen. Oder das Falsche. Und Kopfschmerzen haben so viele Facetten – Migräne ist wohl eine der schlimmsten und einschneidendsten von allen.

        Migräne beeinträchtigt Menschen so stark, Attacken dauern manchmal mehrere Tage und Betroffene sind kaum in der Lage zu arbeiten. Bei mir persönlich ist es meist nach einem Tag wieder ok und auch mit einer vertretbaren Menge Schmerzmittel zu regulieren.

        Viel besser und nachhaltiger ist es natürlich, sich tiefer mit den Ursachen einer Migräne auseinander zu setzen, vor allem dann, wenn die Anfälle einen signifikanten Einfluss auf den Alltag haben.

        Brandingshoot mit Anne

        Heute zieht Anne hier in den Blog ein. Anne ist gelernte Köchin und seit ein paar Jahren selbständige Ernährungsberaterin für Menschen mit Migräne. Im letzten Jahr durfte ich Anne an einem wunderschönen Spätsommertag im September in München für ihr Beratungsbusiness fotografieren.
        Und weil einfach nur die Bilder zeigen langweilig ist, habe ich sie gebeten, uns ein paar Gedanken aus ihrem Migräne-Ernährung-Universum mitzugeben…

        Ernährungsberaterin Migräne München Brandingfotos

        Anne Goldhammer-Michl

        Ich finde Menschen spannend: was sie denken, wie sie handeln, was ihnen wichtig ist, welche Überzeugungen sie haben, wofür sie sich interessieren. Ich finde Essen spannend: wie es riecht, wonach es schmeckt, wie es aussieht, was es in einem auslöst, ob es einem guttut. Spannend ist außerdem, dass Essen nicht nur satt machen kann und schmecken soll, sondern dass Essen darüber entscheidet, wie wir uns fühlen, ob wir fit und gesund oder müde und abgeschlagen sind.

        * * *

        Tipps aus der „Migräne-Ernährungs-Heilungsblase“

        „Waas??? Die Ernährung soll helfen?“ Das ist keine unübliche Reaktion, wenn ich erzähle, dass ich als Ernährungscoach vor allem Menschen mit Migräne berate.

        Viele sind erstaunt bis skeptisch, wenn sie hören, dass die Ernährung auf Migräne einen so großen positiven Einfluss haben kann. Mir ging es damals nicht anders. Ich hätte definitiv abgestritten, dass meine Ernährung eine Rolle bei meinen häufigen Migräneanfällen spielt.

        Ich habe mich gesund ernährt, konnte alles essen, habe alles vertragen und hatte keinerlei Verdauungsschwierigkeiten. Und Migräne zählt auch nicht wie etwa Diabetes Typ 2 zu den ernährungsbedingten Krankheiten. Migräne ist eine neurologische Krankheit, die sehr schwer zu behandeln ist und in vielen Fällen die Lebensqualität massiv beeinträchtigt. 

        Kann also etwas so Profanes, wie das Essen, was wir jeden Tag auf unserem Teller haben, bei einer so schwerwiegenden Krankheit helfen?

        Es gibt mittlerweile zahlreiche Studien und Untersuchungen, die zeigen, dass Migräne mit einem Energiemangel im Gehirn zusammenhängt und Kohlenhydrate hier eine besondere Rolle spielen. Wer dies genauer nachlesen möchte, kann das auf meiner Internetseite avocadooo.de machen. 

        Für alle anderen gibt es hier die Kurzversion: Es macht definitiv Sinn, sich auch bei Migräne mit seiner Ernährung zu beschäftigen. Eventuelle Darm- oder Stoffwechselprobleme führen nicht zwangsläufig zu Verdauungsbeschwerden! Bei Migräne verspricht eine LCHF (low carb high fat) Ernährung sehr gute Erfolge. Um den Körper nicht noch weiter zu stressen, sollte eine Ernährungsumstellung hin zu weniger Kohlenhydraten und mehr gesunden Fetten langsam erfolgen. 

        Meine „7 Migräne-einfach-weg-essen – Tipps“

        1. Ersetze nach und nach die Kohlenhydrate durch gesunde Fette. Nimm dir erst das Frühstück oder das Abendessen vor!
        2. Vermeide Zwischenmahlzeiten! Wenn du zwischendurch etwas brauchst, dann iss etwas, was den Blutzuckerspiegel nicht so schnell in die Höhe treibt. Käsewürfel, Oliven oder Nüsse sind eine gute Wahl.
        3. Reduziere Deinen Zuckerkonsum! Wenn es etwas Süßes sein soll, dann iss ein Stück Schokolade im Anschluss an eine Mahlzeit. Je schokoladiger die Schokolade ist, desto mehr gesunden Kakao und weniger Zucker enthält sie. 70 % Kakaoanteil ist ein guter Anfang.
        4. Verwende Kokosöl! Kokosöl (bio, nativ) besteht fast ausschließlich aus gesättigten Fettsäuren und ist demzufolge sehr gut zum Braten geeignet. Außerdem können aus den mittelkettigen Fettsäuren des Kokosöls leicht Ketonkörper (alternative Energiequelle!) gebildet werden. Wichtig! Mit geringen Mengen beginnen und langsam steigern. 
        5. Ersetze nach und nach alle Mahlzeiten durch eine Variante, die den Blutzucker nicht so schnell in die Höhe treibt. Höre dabei immer auf Deinen Körper! Das Ziel sollte es sein, mit 2-3 Mahlzeiten ohne Zwischensnacks gut gesättigt durch den Tag zu kommen.
        6. Verwende möglichst natürliche Lebensmittel! Fertigprodukte enthalten oft Zusatzstoffe, die sich ungünstig auf unseren Körper auswirken.
        7. Sei geduldig! Die Migräne hat sich nicht über Nacht entwickelt und es kann einige Wochen oder auch Monate dauern bis sie sich bessert.

        Wir bestehen aus dem, was wir essen.

        Natürlich ist nicht nur die Krankheit Migräne positiv über die Ernährung zu beeinflussen. Wir bestehen aus dem, was wir essen. Würden wir eine Körperzelle mit ihrer Zellmembran analysieren, dann könnten wir feststellen, welche Fette wir die letzten 4 – 6 Monate gegessen haben. Nehmen wir alle Nährstoffe auf, die wir brauchen und geht es unserem Darm gut, dann, aber nur dann, bekommen alle Zellen genug Energie, es können alle Hormone und Neurotransmitter gebildet werden. Die Ernährung sollte definitiv eine wichtige Rolle bei ALLEN (chronischen) Krankheiten und bei psychischen Störungen spielen. Sogar bei der Alzheimer-Demenz gibt es ermutigende Erfolge aus diesem Bereich.

        Unser Essen sollte uns aber nicht nur guttun, sondern Essen soll schmecken, es muss satt machen und es sollte uns eine Freude sein. 

        Deshalb berate ich nicht nur Menschen in Einzelberatungen, sondern ich möchte hinausposaunen, wie toll die Ernährung ist – und wie einfach es ist, sich etwas Gutes zu kochen. Es gelingt mir auch immer öfter, unbeteiligte Mitmenschen damit nicht zu belästigen. Ich mache das dann „gesittet“ in meinen Vorträgen oder in meinen Kochkursen. Und zusammen zu kochen, ist wirklich etwas sehr Besonderes. 

        * * *

        Von Herzen Danke, Anne für diese tollen Tipps! Ich denke, auch für Menschen ohne Migräne sind da wertvolle Impulse für ihre Ernährung dabei. Ernährung hat in meinen Augen viel mit Selbstliebe zu tun. Mit Achtsamkeit und auch mit Respekt sich selbst gegenüber.

        Anne wird schon in der kommenden Woche ihr erstes eBook veröffentlichen: Schnelle Rezepte für’s Home Office – nach einem Jahr Kochen zu Hause sind mit ziemlicher Sicherheit bei den meisten von uns frische Ideen für die Küche mehr als willkommen. Am besten ihr folgt Anne auf den diversen Kanälen, dann verpasst ihr den Launch auf keinen Fall!

        Anne | Im Netz | Instagram | Facebook | LinkedIn

        Bilder (Auszug) aus dem Branding Fotoshoot mit Anne Goldhammer-Michl in München.


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