GO BACK
        TO MENU

        Es ist 7:45. Die Haustür fällt ins Schloß. Ich räume die Reste vom Frühstückstisch, nehme mir eine Kaffeetasse aus dem Schrank und ziehe mir den ersten Kaffee des Tages.

        Stille.

        Wenn ich überhaupt so etwas habe, dann ist das mein Morgen-Ritual. Wenn alle weg sind und ich das Haus für mich alleine habe. Wenn alles ruhig ist. Dann sitze ich hier für mich, trinke meinen Kaffee und nutze diese Zeit in der Regel für Social Media und zum Gedanken sortieren.

        Wenn ich es auch echt oft schade finde, alleine zu arbeiten – in diesen Momenten bin ich dankbar, für mich sein zu können. Und auch tagsüber passiert hier bei mir Geräusche-technisch nicht so viel: Ich kann einfach nicht denken, wenn Musik läuft, oder ein Podcast. Dann wollen Worte nicht aus mir raus und oft sind es ja Emails oder Blogbeiträge oder Captions, die zu schreiben sind. Musik lenkt mich bei sowas einfach total ab. Ganz selten kommt es mal vor, dass ich bei der Bildbearbeitung chillige Musik höre. Ganz leise. In Ausnahmefällen auch mal einen Podcast.

        Aus die Maus – für die nächsten (5) Wochen

        So. Das war’s dann jetzt aber erst einmal mit der geliebten Stille. Denn Corona hält nicht nur die Welt in Atem, sondern ganz speziell auch uns: Mein Mann arbeitet in einer französischen IT-Firma und kann easy von zu Hause arbeiten. 85% seiner Zeit verbringt er am Telefon. Und obwohl er sein ‘eigenes’ Zimmer hat, ist er natürlich im ganzen Haus zu hören.

        Die Kids machen als erstes mal das Radio an, weil ihnen Stille grundsätzlich zuwider ist. Und was ich sonst morgens für die Hektik vor Schulbeginn unterbinden kann, fällt mir schwer ihnen in diesen Zeiten zu untersagen.

        Radio. Gewurschtel. Fragen… Normales Wochenende-Familienleben an jedem Tag der Woche. 24/7. Und nur dazwischen stecknadelgroße Inseln der Stille.

        Um ehrlich zu sein, wird DAS meine größte Herausforderung in den kommenden Wochen. Mich selbst zu sortieren inmitten dieser Geräuschekulisse. Mit den Unterbrechungen. Mit all der Energie, die es hier geben wird. Denn es ist wie es ist: Die Schulen sind zu und unser Leben wird sich jetzt erst einmal mehrheitlich in unserem Heim abspielen. Wir gehören zugegebenermaßen zu den privilegierten mit Platz und Rückzugsorten. Mit Garten. Halleluja.

        Und doch zeigen sich die Probleme schon gleich an Tag 1: Konzentriert am Stück arbeiten, wird die größte Challenge. Die Motivation der Kinder hoc halten, wird die nächste. Aber meine Hoffnung ist, dass es sich ein bisschen einschwingt.

        Wir haben zumindest einen Plan aufgestellt. Eine grobe Rahmenvereinbarung, was den Tagesablauf der Kinder betrifft. Und ich hoffe, wir haben alle die Disziplin, diesen zumindest im Hinterkopf zu behalten, um unser Familienkonstrukt unter diesem Stresstest nicht zerbrechen zu lassen.

        Ich wünsche DIR gute Nerven und bleib’ gesund!

        Love Kitty Fried

        […] Jetzt sind AAAAALLLLLE hier. Ich bewundere ja manchmal meinen Mann. Er schafft es, sich geräusche-technisch total in einen Tunnel zu begeben. Er hört dann einfach nur sich selbst oder das, was er will und blendet alles andere total aus. Ich höre immer, was die Kinder sagen. Immer. Und ich finde es total asozial, ihnen nicht zu antworten. Dazu kommt, dass auch für sie diese Zeiten extrem schwierig sind. Sie müssen jetzt noch viel selbständiger sein und ihre Aufgaben durchbringen. Keiner kriegt was geschenkt. […]

        Leave a Comment

        Your email address will not be published. Required fields marked *